An diesem Tag hat alles gepasst: Das Wetter, die Location, die Leute … Die Freunde der Langbein’schen Sammlung waren eingeladen, einen Blick durchs Schlüsselloch in das umgebaute Hirschhorner Schloss zu tun. Rund zwei Dutzend Mitglieder folgten gespannt den Ausführungen von Ritter Friedrich, dem letzten Ritter von Hirschhorn, alias Jürgen Waibel. Mit ihm hatten die Besucher einen kundigen Führer, der die Location gleich aus mehreren Perspektiven erläuterte: als kundiger Stadtführer und als Ritter Friedrich. So wurde die Führung zu einem echten Erlebnis. Dies nicht zuletzt auch deshalb, da an seiner Seite Agnes von Helmstatt weilte, die im Verlauf der Führung zu seiner zweiten Frau werden sollte. Die Adlige wurde von Frauke Bodenis verkörpert. Sie gab Friedrich das Ja-Wort, so wie es in der Legende des Schmitthenner-Buches „Das Deutsche Herz“ festgehalten ist.

Friedrich schilderte eindruckvoll, wie die Burg im Laufe ihres Bestehens sich auf die sich verändernden Angriffsmethoden wappnete, wie ihre Abwehr wuchs, aber auch der Komfort, auf den die späteren Ritter großen Wert legten. Einiges im Innern der Kernburg wurde von den Fachleuten während des Umbaus wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt, Fresken, wenn auch sehr verblichen, wurden freigelegt und der gewonnene Raum auf elegante Weise mit dem historischen Fundament verbunden.

Es war ein informativer und kurzweiliger Nachmittag, nicht zuletzt deshalb, da Frauke Bodinus auch musikalisch auf die Geschichte des letzten Ritters einging. Denn die zweite Ehe Ritter Friedrichs blieb ohne Erben und mit seinem Ableben starb das Hirschhorner Rittergeschlecht aus. Geblieben ist die Burg Hirschhorn, die eindrucksvoll die Geschichte der Hirschhorner Ritter im wahrsten Sinne des Wortes „untermauert“.

Unser Dank gilt Jürgen Waibel und Frauke Bodinus für ihr Engagement.