Carl Langbein2018-12-09T09:46:23+00:00

Carl Langbein

Geschäftsmann und Hotelier

Was ist das für ein Mensch, der im Großen wie im Kleinen etwas Bedeutsames sah? Der einen schön gearbeiteten Hosenknopf ebenso schätzte, wie wertvolle Gemälde oder Skulpturen? Carl Langbein selbst bezeichnete sich in einem Brief „als warmer Teilnehmer alles Schönen und Religiösen, der Kunst und Wissenschaftangehörigen“.

Mit seiner Herkunft erklärt sich seine Leidenschaft nicht. Als Sohn eines Hirschhorner Gastwirts begann Carl Langbeins Berufsweg zunächst als Holz- und Rindenhändler. Später übernahm er den väterlichen Gasthof zum Ochsen, dem er den Beinamen „Zum Naturalisten“ gab. Der weltweit bekannteste Hotelgast dürfte Mark Twain gewesen sein, dessen Erlebnisse im Naturalisten wie auch in Hirschhorn sind in einigen seiner Bücher hinreichend dokumentiert.

Carls Langbein war Geschäftsmann, Händler für Holz und Rinden aus dem Odenwald. Seine Geschäftsreisen als Einkäufer für Gerbereien führten ihn nach Heilbronn, Stuttgart, Schwaigern, Speyer, Worms Heidelberg und Mannheim. 1851 reiste er nach London, wo er die weltweit erste Weltausstellung besuchte.

Bereits 1840 hatte er das Gasthaus zum Ochsen erworben und gegen den Widerstand der Hirschhorner Bevölkerung in „Zum Naturalisten“ umbenannt. Als Sicherheit für seine Hypothek diente ihm schon damals seine Altertümersammlung, die er für den Gasthof verpfändet hatte. Insgesamt 3200 fl. (Gulden) waren damals an die Erben des Hofrates Sell zu zahlen. Dafür hatte Carl Langbein Möbel, Waffen, Zinn, Kupfer, Messingteile, Porzellan, Glaswaren und vieles mehr als Pfand gegeben.

So ernsthaft er seine Sammlung und seine Studien betrieb, in Anekdoten aus dieser Zeit finden sich Hinweise, dass er als origineller Gastwirt zuweilen auch zu Späßen aufgelegt war.

1858 heiratete er Maria Goetzen (1833-1893), die Ehe blieb kinderlos. Als Ehefrau muss Maria viel Verständnis für die Passionen ihres Mannes aufgebracht haben. Zusammen mit Langbeins Schwester Ida und der Nichte Angelina (Tochter des Bruders Joseph, gest. 1887) führte sie den Gasthof weiter, während er seine Passion „als warmer Teilnehmer alles Schönen und Religiösen, der Kunst und Wissenschaftangehörigen“ auslebte.

Mehr noch: Er beabsichtigte, die Sammlung als sein Lebenswerk in einer selbst entworfenen Phantasieburg im Naturalistengarten unterzubringen. Die Karlsburg, wie die Hirschhorner das skurrile Bauwerk nannten, blieb durch den Tod Langbeins unvollendet und wurde 1969 leider abgerissen. Ein Modell kann in der Ausstellung noch besichtigt werden.

Ida Langbein schließlich hat das Erbe ihres Bruders bewahrt und auch vor Zerstreuung und Verkauf gerettet.

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